KI im Unternehmen einführen: Damit es nach den ersten Experimenten wirklich weitergeht
Ein Mitarbeiter schreibt mit ChatGPT bessere Mails. Seine Kollegin nutzt KI für Angebotsentwürfe. Der Chef hat sich «irgendwas mit KI» für dieses Jahr vorgenommen. Sechs Monate später läuft der Betrieb genau wie vorher.
Das ist kein Einzelfall, sondern ein häufiges Muster: KI startet als Experiment und bleibt ein Experiment. Nie wird sie zum echten Werkzeug.
Woran liegt das? Und was läuft in den Betrieben anders, bei denen KI wirklich ankommt?
Das Problem ist nicht die Technologie
Die meisten Unternehmen scheitern beim KI im Unternehmen einführen nicht am Tool. Sie scheitern daran, wie sie das Thema angehen.
Tool-zentriert statt problem-zentriert. Die Frage «Wo können wir KI einsetzen?» führt fast immer in die Sackgasse. Es folgen Experimente ohne klares Ziel, ohne Bewertungskriterien, ohne Verantwortliche. Irgendjemand probiert irgendetwas. Manchmal klappt es, meistens nicht dauerhaft.
Was fehlt, ist eine andere Ausgangsfrage: «Welches Problem verdient eigentlich KI?»
Der Stand der Dinge: KI in Schweizer KMU
Laut der AXA Arbeitsmarktstudie 2025 ist der Anteil der KMU, die KI-Tools integriert haben, zwischen 2024 und 2025 von 22 auf 34 Prozent gestiegen. Gleichzeitig berichten 57 Prozent der Arbeitgeber von verbesserter Effizienz – gegenüber 46 Prozent im Vorjahr.
Aber: Nur weil ein Tool im Einsatz ist, heisst das nicht, dass es verankert ist. Die Lücke zwischen «wir nutzen ChatGPT» und «KI ist Teil unserer Arbeitsweise» ist riesig.
Die drei Elemente, die wirklich wirken
1. KI-Botschafter definieren
Nicht alle müssen KI-Experten werden. Aber irgendwer muss das Thema ernsthaft verfolgen – abteilungsübergreifend, über die GL hinaus.
KI-Botschafter sind keine Evangelisten. Sie sollen nicht KI verkaufen. Ihre Aufgabe ist Sparring: Sie helfen Kolleginnen und Kollegen einzuschätzen, ob KI für ein konkretes Problem wirklich die beste Lösung ist – oder ob ein einfacherer Weg schneller ans Ziel führt.
Ein Industriebetrieb, den ich begleitet habe, hat dafür rund 15 Mitarbeitende aus verschiedenen Bereichen zu Botschaftern ernannt. Keine Vollzeitstelle, keine KI-Ausbildung. Aber ein klarer Auftrag: ihr seid die erste Anlaufstelle, wenn jemand fragt «könnte KI das übernehmen?»
2. Regelmässiger Austausch
Einzelkämpfer lernen langsam. Teams lernen schnell – wenn sie den Raum dafür haben.
Regelmässige Treffen der KI-Botschafter schaffen diesen Raum. Was hat jemand ausprobiert? Was hat funktioniert, was nicht? Was nervt im Alltag noch immer?
Der Schlüssel: Misserfolge sind genauso wertvoll wie Erfolge. Ein Case, der nicht funktioniert hat, spart anderen drei Stunden Prompting-Frust.
3. Quartalsweise Workshops
Einmal im Quartal braucht es etwas Grösseres. Nicht ein Weiterbildungsseminar über KI im Allgemeinen – sondern eine strukturierte Rückschau auf den eigenen Betrieb.
Drei Fragen, die diese Workshops tragen:
- Was haben wir in den letzten drei Monaten ausprobiert? Was davon behalten wir?
- Was nervt im Alltag noch immer – und wäre KI die richtige Antwort?
- Was ist der nächste konkrete Case – und was braucht es, damit er wirklich startet? Wer übernimmt die Verantwortung?
Jeder Workshop endet mit einer klaren Entscheidung pro Case: KI ja mit nächsten Schritten, KI erst nach Vorarbeit, oder – und das ist wichtig – einfachere Lösung ohne KI.
KI ist kein Allheilmittel. Manchmal ist ein Gespräch oder ein angepasster Prozess die bessere Antwort.
Was bleibt
KI im Unternehmen einführen heisst nicht, ein Tool auszurollen. Es heisst, eine neue Arbeitsweise zu verankern. Das braucht Struktur, Kontinuität und Menschen, die das Thema ernstnehmen – und die Freude daran haben.
KI-Botschafter, regelmässiger Austausch, quartalsweise Workshops. Kein Riesenprojekt. Aber der Unterschied zwischen einem Experiment und einer echten Verankerung.
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